Beiträge von Micha M.

    Ein Beitrag voller Vernunft, Ajax!


    Irrationale Frontenbildung - von beiden Seiten - ist eine ärgerliche Sache, gerade hier im Kreis von "Interessenfreunden", weil sie sowohl den gegenseitigen Respekt untergräbt als auch - ganz nüchtern gesehen - das Lernen behindert, das für mich zumindest immer auch ein Grund ist, mich hier mit anderen auszutauschen.


    Aus der neutralen Perspektive eines Anwenders, der als "Tactical-Freund" und -nutzer das Unverständnis einiger Leute für das Bevorzugen robuster Messer mit teilweise militärischem Erscheinungsbild nicht teilt, aber auch keine ausgeprägte emotionale Bindung zu bestimmten Marken unterhält, sehe ich gerade im TF Euer Strider-Unterforum mit viel Sympathie, weil es doch überwiegend sachorientiert seinen Themenbereich beleuchtet und durchaus sowohl selbst kritikfähig ist als auch sachliche Fremdkritik gelassen und interessiert zuläßt. Das kenne ich auch anders.


    ÜBERWIEGEND, weil natürlich in unserem Interessengebiet auch eine Portion persönlicher Vorliebe, Freude an bestimmten Erscheinungsbildern usw. in unsere Bewertungen hineinspielt, die nicht bis in den letzten Winkel rational auszuleuchten ist. Ja, verdammt, wo ist das denn anders??? Sind wir hier beim TÜV oder einem Gerichtsgutachter?? Es ist doch auch völlig legitim, ein romantisches Leuchten für ein Scagel in die Augen zu kriegen, oder meinetwegen für ein Custom-Damastmesser eines hochgeschätzten Machers.


    Strider-Freunde als dumpfe Möchtegern-Rambos abzuqualifizieren, geht eindeutig am Thema vorbei: Es gibt eine Ästhetik des Funktionalen - unter diesem Aspekt sind zweifellos einige Strider-Gestaltungen bemerkenswert gelungen. Ich lasse mir also von niemandem vorschreiben, daß gefälligst nur Scrimshaw schön zu sein hat - und mache mich ja auch nicht lustig über Leute, die es ästhetisch finden, geschnitzte Meeressäuger-Penisknochen zu befummeln.


    Abgesehen davon, gibt es insbesondere im Strider-Custom-Bereich einige Gestaltungen, die über den funktionalen Aspekt hinaus von der Formgebung her wunderbar sind, zumindest für mich - von Schliffen wie dem Nightmare-Grind bis zu Klingestaltungen wie dem kleinen Dwyer DM oder dem wunderschönen Ajax Leonidas. Zudem liefern viele Modelle einen innovativen Anschub - selbst wenn sie bestimmte Gestaltungen nicht erstmals verwenden, ist die Gesamtwirkung sehr gut und die Verbreitung der dahinterstehenden Idee durch die Bekanntheit der Marke gepusht.


    Eine gewisse Bewunderung für diese Modelle hat nichts damit zu tun, daß man sich dann automatisch so fühlt wie irgendwelche Superhelden oder Elitekämpfer irgendwelcher amerikanischen Spezial-Spezial-Super-Sondereinheiten.


    Wo sich - anders herum - entsprechende Fans dann demgemäß "versteigen", find ich das natürlich auch ein wenig lustig, man muß hier allerdings sehen, daß Strider damit im Kreise amerikanischer Mitbewerber keineswegs allein steht und - im Vergleich mit markigen Werbesprüchen wie bei TOPS, Cold Steel oder - fast unübertrefflich - Dark Ops - da keineswegs eine besonders exponierte Rolle spielt. Übrigens funktioniert der Großteil unserer gesamten Werbung ganz ähnlich, wenn man mal etwas genauer hinschaut.


    Natürlich ist es unsinnig, bestimmten Messern nur dank ihrer Herkunft aus einer Firma mit Führungspersonen mit (spezial-)militärischer Vergangenheit sozusagen magische Wirkungen zu unterstellen. Es ist sogar unsinnig, auch nur anzunehmen, daß sie allein dieser militärische Background dazu qualifiziert, besonders gute Messer zu entwerfen. Das ist etwa so, als würde man jedem Orchestermusiker unterstellen, er können Symphonien wie Mozart komponieren...Umso ärgerlicher ist die ganz hysterische Auseinandersetzung um Einheiten, Dienstzeiten usw., die seit geraumer Zeit in USA zwischen Strider-Fans und -hassern stattfindet. Aber dann macht es andererseits natürlich überhaupt keinen Sinn, jemandem seine fachliche Reputation als Messerdesigner nehmen zu wollen, indem man solche Dinge in Frage stellt....


    Dumpf, oberflächlich, unsachlich - meinetwegen könnte Mick Strider 160 Kilo wiegen und noch nie eine Schußwaffe in der Hand gehabt haben. MIR ist auch wurscht, ob er Autos beschafft oder gestohlen hat oder überhaupt eins fahren kann - der Mann macht jedenfalls SEHR interessante Messer.


    Aber was ich hier im Forum finde, ist ja NICHT der Hype, die blinde Heldenverehrung oder eine von technischer Beschaffenheit völlig losgelöste Glorifizierung. Dabei finde ich es völlig in Ordnung zuzugeben, daß man bestimmte Messer einfach mag - und meinetwegen bereit ist, dafür auch einiges Geld auszugeben.


    Dass das dazu führt, ggf. zu nehmen, was einem "vorgesetzt" wird, oder jahrelang auf bestimmte Modelle zu warten usw., würde ich selbst nicht mitmachen, mache mich aber auch nicht lustig darüber. Ich hab selbst übrigens auch zwei Jahre auf meine OG-Ausführung des ER Shrapnel gewartet und bin ziemlich lange um mein Nemesis rumgeschlichen, bis ich endlich "zugeschlagen" habe.


    ICH hab mir vor kurzem mein erstes Strider gekauft (WP Recurve G10) , aus einem ganz prosaischen Grund: es war ein Vernunftkauf.
    Einige Modelle würde ICH mir zu den jeweiligen Preisen nicht kaufen, aber wiederum andere Leute würden auch keine 380 Euro für einen Suppressor ausgeben, und wieder andere kämen nie auf die Idee, für irgendein Messer überhaupt mehr als ein paar Euro auszugeben.


    Den Umgang mit den verschieden "objets du desir" und ihren jeweiligen Gemeinde hier im Forum finde ich sehr angenehm - wir sollten alle versuchen, uns das so zu erhalten. Viele von uns kennen es ja auch ganz anders.
    MIR imponiert an Strider der gestalterische Anschub in dem Bereich von Messern, der mich auch am meisten anspricht.

    Masse ist beim Hacken festen Hackguts wichtig. Eine Machete, mit der man weiche, flexible Vegetation rodet, sollte leicht sein, damit man sie schnell und lange schwingen kann. Außerdem ist hier Länge ein Vorteil - auch daraus resultiert ja durch den längeren "Schwungbogen" eine größere Klingengeschwindigkeit im Auftreffbereich. Masse im vorderen Klingenteil ergibt durch die Fliehkraft auch Auftreffenergie. Daher mag ich auch ZU kurze Haumesser nicht, es mangelt ihnen an Schwung.


    Eine reine Beschränkung auf Überlegungen zur Geschwindigkeit ist hier auch nicht zielführend: Man schwingt ein 300 g leichtes Messer nicht doppelt so schnell in dem Viertelkreis der Hackbewegung wie ein 600 g schweres....


    Ich hab umfangreiche Vergleichsversuche mit diversen geraden Haumessern und Kukris gemacht: Je leichter und länger, umso angenehmer waren sie für das Zerteilen wenig widerstandsfähigen Schneidguts, je schwerer und kopflastiger, desto erfolgreicher waren sie beim Zerteilen harten Schneidguts. Beispiel: Ontario Bowie Survival und Ontario Marine Raider haben die gleiche Klingenlänge, den gleichen Griff. Der Marine Raider ist aber ca. 200 g schwerer und durch den "Bowie-Bauch" auch erheblich vorderlastiger. Die Hackleistung des Marine Raider ist VIEL besser als die des Bowie Survival, das sich als Allrounder dafür mit geringerem Gewicht und weniger Vorderlast in Alltagsanwendungen leichter handhaben läßt. Kukris hacken wegen ihrer hohen Vorderlast meist bei gleicher Länge und gleichem Gewicht vergleichsweise sehr gut, sind aber aufgrund der Klingenform für die meisten westlichen Anwender die schlechteren Allrounder, außerdem ist auch hier die Vorderlast für einige Alltagsarbeiten unbequem.


    Das mit dem Ermüden bei schwereren Klingen ist relativ - natürlich möchte ich nicht ein Messer wie das Blade-Systems Ursus mit ca. 800 g netto stundenlang schwingen wie eine leichte Machete. Andererseits habe ich beim Vergleichshacken bei bestimmten Aufgaben bei zu leichten Messern nach unzähligen wenig wirksamen Schlägen entnervt und schweißtriefend aufgegeben, wo es mit einer begrenzten Anzahl von Hieben mit einem Marine Raider oder einem Ursus lösbar war. Ich würde jedenfalls lieber mit dem Fusion einmal zuschlagen als mit dem Outcast zwei- oder dreimal. Einen ziemlich üppigen "Ein-Hieb-Bereich" zu haben, kann durchaus auch kräfteschonend sein :D
    Allerdings MAG ich auch einfach den Umgang mit schwereren Messern - jeder Jeck ist anders...


    Die Interessendivergenz zwischen hackfreundlicher Vorderlast und allroundfreundlicher Tarierung ist eine altbekannte Sache - im Custom-Bereich hat BS das z.B. dadurch reduziert, sozusagen eine Schwerpunktverstellung anzubieten, durch in den Griff einlegbare Zusatzgewichte. Denkbar wäre z.B. auch ein abnehmbares Knaufgewicht...

    Das BM wird wohl ähnlche Probleme aufweisen. Das ist ja noch leichter, gerade mal 300 g. Das ist für einen Hauer für hartes Schneidgut zu wenig. Entweder wenig Masse und ordentlich Länge, bei ner Machete oder Messern zum Roden von flexiblem Schneidgut - oder bei begrenzter Klingenlänge richtig Masse bei Messern für hartes Schneidgut. 300 g sind definitiv zu wenig. Außerdem sind die Grooves SEHR ausgeprägt, ich fürchte, das wird in der Anwendung scheuern, wenn man keine Handschuhe trägt. Bin insgesamt ziemlich skeptisch.

    Sehr informativ, danke!!


    Nach meinem Eindruck mangelt es dem Outcast - mal abgesehen vom zu "breitschultrigen" Schneidenwinkel - auch eindeutig an Masse für leistungsfähiges Hacken. Überrascht bei der bauchigen Klinge zunächst mal, aber Du hast ja erwähnt, daß die Klingenstärke nach vorn auf 3,8 mm abnimmt. Kannst Du es vielleicht mal auf die Haushaltswaage legen? Ich schätze es nicht schwerer als 500 g.


    Du hast ja, damit das deutlicher herauskommt, auch nicht mit Maximalkraft zugeschlagen, sondern mit moderater "Arbeitsenergie". Das macht solche Dinge deutlicher.


    Bei den 625 g meines Marine Raider oder den fast 800 meines Ursus hätte es bei dem dünnen Stangenholz nur jeweils eines Schlages bedurft, Dein Fusion braucht ja auch nicht mehr. Daß man bereits bei so relativ dünnem Schneidgut häufiger mit dem Outcast einen zweiten Schlag gebraucht hat, um Segmente vollständig abzutrennen, spricht nicht für das Messer. Zum Roden dünner Vegetation ist es relativ kurz, für das Hacken scheint es zu leicht.


    Da ziehe ich doch auf jeden Fall ebenfalls Dein Fusion vor :thumbup:

    So war das nicht gemeint, bigbike. Sowohl der Haken als auch der Flipper sind ja ZUSÄTZLICHE Öffnungshilfen, oder meinetwegen alternative.
    Die Messer haben natürlich außerdem noch Klingenloch, Daumenknopf oder einen anderen Lifter. Es ging also nicht darum, das Messer gar nicht aufzukriegen, sondern um den "Einsatzbereich" der alternativen Öffnungshilfe.


    Übrigens dient der Flipper "im Nebenberuf" ja auch noch als Parierelement, das nimmt man ja auch noch gern mit....

    Ich weiß nicht, ob man strengenommen "das tut", aber hier im ER Forum vielleicht noch mal der Hinweis, daß ich gerade im Verkaufsbereich einige anbiete, darunter übrigens auch den Suppressor für einen recht guten Kurs!

    Nachdem ich wie Odysseus auf seinen Irrfahrten hinter den Daten des Outcast hergesegelt bin, über die Untiefen diverser Händlerseiten bis zum pythischen Orakel von Kai Europe (" Nuuun, es könnte dicker sein, oder auch nicht, vielleicht haben wir die Stärke verändert, oder auch nicht - hackst du, so wird etwas brechen - aber ich sag dir nicht, ob die Klinge oder das Schneidgut...) bitte ich Dich:


    Daaaaaten, biiiiiiitttteee! Klingenstärke, Nettogewicht :pray:


    Bin riesig gespannt auf Deinen Bericht. Von kaum einem Gebrauchsmesser habe ich bislang derlei widersprüchliche Angaben und Bewertungen gelesen wie vom Outcast, von den technischen Daten mal ganz abgesehen, reichte die Bewertung von "hervorragendes Survival-Tool, eines der besten Haumesser" bis hin zu "...ich geb's auf, hab zwei schrottige reklamiert und nun das dritte zersemmelt..."


    Also: Ab in den Wald ;)

    Wie sagt der "Kensei" Miyamoto Musashi im ersten Buch des "Gorin-no-sho"?: "Nie ahme man andere im Gebrauch der Waffen nach, sondern wähle diejenigen, die zu handhaben einem leichtfällt."


    Für mich sprechen aber ebenfalls Gründe eher für den Flipper als für den "Emerson-Hook": Alex "Desert Storm" hat bereits auf den Umstand hingewiesen, daß man beim Haken zwangsläufig mit dem teilgeöffneten Messer sehr nah am eigenen Körper agiert.


    Vor allem aber KANN man das Messer unter Zuhilfenahme dieser Öffnungshilfe NUR dort öffnen, nicht im weiteren Verlauf der Bewegung. Habe ich das Messer also schon in der Hand, z.B. für eine Schlagtechnik mit geschlossenem Messer (...es kann ja durchaus geboten sein, erst mal was Nichtlethales zu probieren...), nützt mir der Haken gar nix, der Flipper aber schon.


    Denn in der Hand hab ich das Messer ja immer. Das führt auch zur Frage, was mir der Haken nützt, wenn ich das Messer nicht in einer gesäumten Tasche trage, sondern z.B. in einer Messertasche oder geclipt. Außerdem gibt es durchaus Alltagsanwendungen, bei denen ich die Klinge zwischendurch schließe, das Messer aber nicht wegstecke. Auf-flippern ist dann einfach, für den Haken muß ich mir erst mal eine geeignete Kante suchen...


    Und genau diese Überlegung führt zu einem weiteren Problem: Während ich für die Öffnung mit dem Flipper nur einen einzigen Finger bewegen muß und das Messer ansonsten genau da ist, wo es zur Benutzung sein soll (in meiner Hand) und sich darin "auf den Weg zur Arbeit" macht, brauche ich einen ZWEITEN Gegenstand für den Haken - einen Saum, eine Kleidungskante usw. Nun ist es in einer Stresssituation schon schwierig genug, mit der Hand einen Folder sicher aufzukriegen - aber kaum jemand wird daran zweifeln, daß es noch schwieriger wird, wenn man das Messer im richtigen Winkel und mit der richtigen Kraft auch noch an einem anderen Gegenstand vorbeibewegen muß.


    Und der darf dann auch nicht so nachgeben wie z.B. leichte, weite Jacken. Dann muß ich das Messer nämlich u.U. erst ein ganzes Stück ziehen (die Jacke "kommt ein Stück mit"), bevor ich es sicher aufgezogen habe.


    Beim Flipper habe ich keine Bewegung des Messers selbst, ich unterbreche die "Einsatzbewegung" nicht und muß nicht umlenken. Ich muß keinen Saum oder eine Kante "treffen" und kann die Öffnungshilfe unbeachtlich der Tragesituation immer verwenden. Das finde ich persönlich sicherer und besser, wiederhole aber, daß jeder den "Haken" verwenden soll, der sich gut und sicher damit fühlt

    Stimme s30v zu, der Griff könnte in Relation zur Klinge ein wenig voller sein.
    Die Klingenform gefällt mir sehr gut, erinnert mich ein wenig an die Blattform des Shrapnel. Die Größe ist ja auch ähnlich.
    Ist eine sehr vielseitige und alltagstaugliche Form.

    Neee, nix für ungut!!


    Ich hab selbst schon seit Jahren ein Auge auf die HP, viele der Messer und Hawks sind echte Eyecatcher, auch so schöne Dinge wie den Riot Spear hätte ich selbst gar nicht ungern. Ein Messer von Americankami kommt mir -so Gott will- bestimmt irgendwann selbst auch noch ins Haus. Ich kann Deine Begeisterung absolut verstehen. :thumbup:


    Außerdem bin ich selbst natürlich auch nicht durchweg so vernünftig, wie ich es anderen anrate :lolwhack:


    Ich hab auch schon oft genug mit dem Marine Raider oder meinem Ursus in der Küche Gemüse gehackt, weil es mir einfach Freude gemacht hat, mit den großen Messern wieder mal umzugehen.


    Nimm die Anmerkungen also nicht als Kritik, sondern als gemeinsames Bemühen, was "Angemessenes" für den Camping-Feldzug zu finden.


    Wenns wirklich das Americankami wird, berichte mal vom Ablauf der Bestellung - und wir wollen natürlich Bilder sehen :viking2:

    Also, jeder Jeck ist ja nun glücklicherweise anders, da haben sie recht, die Kölner...


    Aber ein Americankami fürs Camping ist etwa so wie ein Torpedo zum Angeln...


    Ich glaube auch, daß es jede Menge geeigneter Beile/Hawks für diesen Einsatzbereich gibt, die sowohl rechtlich unproblematischer, vor allem aber auch im angepeilten Leistungsbereich viel besser wären. Die Gestaltungselemente, die besonders gute Waffenwirkung ergeben, erhöhen ja nicht unbedingt auch den Werkzeugnutzen, oft ist es umgekehrt, denkt mal an besonders waffenorientierte Messer, bestimmte Dolche usw., deren Alltagsnutzen durch die besonderen Gestaltungen deutlich sinkt. Es gibt viel bessere kompakte Beile mit hinterer Hammer-Schlagfläche zum Einschlagen, Holzmachen usw. als das Americankami - das allerdings eines der schönsten Fighting-Hawks für mich ist.


    Abgesehen davon: Funktionalität im Werkzeugsinne schließt doch nicht einen Dir (nein, natürlich: UNS) gefallenden Tactical-Look aus. Ich hab für "kleinermann" ja auch schon ein paar Vorschläge für ein Werkzeug-Hawk rausgekramt, schau doch mal dort, ob Dir da nicht etwas zusagt. Außerdem fände ich es auch spannend, mal wieder ein "taktisch-gepimptes" normales Beil oder Hawk zu sehen, z.B. ein "Tactical Fiskars" oder ein "Wetterling Warrior" ;)


    Kann mir z.B. vorstellen, mit Camo-Tape für den Schaft, einer Paracord-Wicklung und ggf. einem entsprechenden Anstrich des Axtkopfes ein gutes altes Gebrauchsbeil (das bei den o.a. Produkten ja von hervorragender Qualität sein kann!) optisch für unseren Geschmack "aufzubrezeln".

    Ist es ein Hawk/Beil mit Werkzeugcharakter, brauchst Du nix.


    Hat es Waffencharakter, brauchst Du keinen "Schein", sondern ein berechtigtes Interesse im Sinne von § 42a WaffG.


    Feststellungsbescheide für Hawks sind mir nicht bekannt, ich vermute jedoch, daß Gestaltungselemente wie Perforations-Spikes oder an mehreren Seiten scharfe Axtblätter eher als Inidkatoren für die Waffeneigenschaft gewertet werden.


    Gerade die Hawks von Americankami - die mir sehr gefallen - dürften zumindest zunächst mal bei den meisten Ordnungshütern als Waffen "ankommen" und eine eingehendere rechtliche Prüfung nach sich ziehen, während Hawks mit "normalem" Axtblatt und hinterem Hammerkopf oder Feuerwehrbeil-Spike eher die Chance haben, sofort als Werkzeug erkannt zu werden. Denke also, daß Du mit einem Hawk wie denen von CS (wenn es nicht gerade das Vietnam Hawk sein muß) eher die Chance auf friedliches Camping hast...

    Oooooookay, ich bin ja nicht so der Fan von Wickelgriffen. Bei Deinem Modell finde ich das auch wegen der Krümmung und des Knaufs nicht unproblematisch. Außerdem bedenke das Gewicht des Messers. Bei dieser Masse bewegt sich der Griff zwangsläufig in der Hand, ich fürchte, gewickelt wird das scheuern....Falls noch Stimmen ausgezählt werden, zähl meine bitte für Micarta mit LEICHTEN Grooves. Nicht ZU ausgeprägte Grooves, wieder wg. Scheuern beim Bewegen.
    Und wenn einer das dann gerade auch noch so kann wie Du, fällt mir die Abstimmung umso leichter.

    Schlage ebenfalls CRKT M16-14 oder M16-21 oder - wenn es vielleicht doch noch ein paar Euro mehr sein dürfen - das neue H3 Alpha One von Pohl vor.


    CRKT: Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Sehr handlich. Sichere Verriegelung durch LAWKS-Zusatzsicherung, die sich automatisch aktiviert. Schnelle Öffnungsmöglichkeit durch den "Carson-Flipper" (kleine Nase an der Klinge, an der man bei geschlossenem Messer oben am Griff den Zeigefinger ansetzen und das Messer aufschnippen kann). Das ist nach meiner persönlichen Meinung sicherer als der Emerson-Haken. Und es ist so schnell wie jeder Springer - aber ohne die mechanischen Fehlerquellen. Als "Murphy-Praktiker" folgendes: Wo keine Feder drin ist, kann keine kaputtgehen.


    H3 von Pohl Force: Sehr großzügig und stabil dimensionierte Klinge. Äußerst stabil dimensioniertes Klingenlager. Sehr durchdachte Ergonomie. Voll feldtauglich durch sichere Bedienbarkeit auch in Einsatzhandschuhen. Einer der sichersten Klappmesserverschlüsse (Backlock). Durch den relativ großen Griff auch geschlossen als SV-Werkzeug sehr gut einsetzbar. Handling wird in verschiedensten Griffhaltungen durch Riffelungen, Mulden usw. sehr effektiv unterstützt. Macht insgesamt einen absolut professionellen Eindruck.

    Hatte in dem Jahr vor der Markteinführung bei ER einen Proto des RAO in der Hand. Habe erst gedacht, Maurizio hätte sich einen Scherz mit mir erlaubt, weil er weiß, wie sehr mir seine großen Folder gefallen und wie sehr ich ihre Stabilität schätze. Das Neue ging dann in die Richtung "Schau mal, wir können noch gaaaanz anders, MPC is gar nix!". Er hat gegrinst wie ein Lausbub.


    Das mußte natürlich sofort auch meiner Süßen präsentiert werden, die den "Klapp-Panzer" ebenfalls sehr beeindruckend fand.


    Das RAO ist ein sehr zuverlässiges Tool, kein "Gentleman-Knife" - aber ein Messer für Anwender, die auch härtere Jobs gelassen und gentlemanlike erledigen wollen ;)

    Der Griff geht in einiger Breite bis ca. einen Zentimeter vor dem Ende durch den Griff, das Kraton ist direkt draufgespritzt. Das Gummi schluckt allerdings beim Hacken einen Teil des Prellschlags. Müßte sich aber, wenn man es gar nicht mag, durchaus ersetzen lassen, der Erl ist groß genug für ne Montage eines G10-Griffs.