Uhr fürs Leben: Automatik. Kein Quarz, nix Solar, keine unnötigen Komplikationen wie Chrono-Funktion etc. Und dann am besten ohne Geld vernichtende Umwege zum Real Deal.
Nach Jahrzehnten der Uhrensammelei ist meine sogenannte Exit-Watch, sollte es so etwas tatsächlich geben, eine 14060 M Sub No Date von Rolex geworden, die ich nunmehr seit vielen Jahren täglich trage. Auf dem Schießstand, im Urlaub, bei handwerklichen Arbeiten – you name it. Denn auch ich als Sammler war eigentlich immer nur auf der Suche nach der EINEN Uhr. Lange wollte ich mir nicht eingestehen, dass es tatsächlich eine Rolex sein könnte. Ich wurde eines Besseren belehrt. Die Sub ist DER Traktor. Minimalster Wartungsaufwand, bei dem man, von Wasserdichte-Checks im 3-5 Jahres Rhythmus einmal abgesehen, durchaus von Jahrzehnten wartungsfreier Tragefreude reden kann. Leicht, passt unter jede Art von Bekleidung und hat aufgrund der fehlenden Datums-"Warze" auch keinen großen Eyecatcher-Effekt für Neider. Erst recht nicht am Nato oder mit einem Tropic.
Die Sub ist eine der wenigen Uhren, die geblieben ist und auch bleiben wird. Späßchen aus den Häusern Panerai, Omega, IWC, Doxa, JLC oder andere Rolexe haben häufig sehr schnell die rezessive Rolle einer Vitrinenleiche angenommen.
Bei Submarinern (oder Rolex generell) gibt es nur Verehrer und Hater. Merkt man ja schon auf den paar Seiten hier. Bei eventuell bestehenden Ressentiments gegenüber der Marke einfach mal das Image ausblenden und vorurteilsfrei ausprobieren.
Hinsichtlich Seiko schließe ich mich meinen Vorrednern dahingehend an, als dass ein preiswerter z.B. SKX-Diver einen guten Eindruck vermitteln kann, ob einem das Tragen dieser Art von Uhr überhaupt zusagt. Uhren von Seiko sind qualitativ über jeden Zweifel erhaben. Allerdings muss man, von den Grand Seikos und Quarzen abgesehen, auch mit der ein oder anderen Ernüchterung hinsichtlich Gangwerten rechnen. Sofern einem so etwas wichtig ist. Meine Seiko Marinemaster lief pro Tag 15 Sekunden ins Plus und rannte damit deutlich schlechter als alles was ich bislang hatte. Ist natürlich nicht die Regel, aber man muss bei Seiko damit rechnen und vor allem leben können. Macht aber nix, denn auch eine Seiko hält ihren Wert recht gut und lässt sich bei Nichtgefallen unkompliziert veräußern.
Zu den erwähnten Tunas: Ich hatte den alten 300m Quarz (Stahl-Shroud) und den schwarz-goldenen 1000m Quarzer (Keramik-Shroud). Übelst geile und traumhaft präzise Uhren. An Leuchtkraft des nachts kaum zu übertreffen – nicht einmal von Panerai. Allerdings ist die Bauhöhe eine Katastrophe, wenn man nicht gerade oben ohne in die Fluten hüpft und noch irgend ein Kleidungsstück darüber bekommen möchte.
Grundsätzlich zu Quarzen: Natürlich ist es kein Problem, sich Batterien auf Halde zu legen und den Wechsel selbst vorzunehmen. Ich habe das erst vor einigen Tagen bei einer alten Seiko Scubamaster gemacht. Auch den Dichtungsring habe ich selbst wieder eingesetzt. Traue ich der Uhr jetzt zu, dass sie noch wasserdicht ist? Absolut, ja. Gehe ich mit ihr ins Wasser? Nein. Mit Sicherheit nicht. Selber wechseln ist einfach. Aber ohne WaDi-Check vom Profi bleibt ein ungutes Gefühl.
Zu Sinn vermag ich nicht viel zu sagen. Ich hatte damals nur einen Sinn 103 St Fliegerchrono mir Plexiglas und habe die Uhr so gut wie nie getragen. Der Rotor des ETA-Werks hat bei schnellen Handgelenks-Bewegungen für eine derartige Unwucht gesorgt, dass die Uhr bei ruhiger Hand noch eine Weile auf dem Handgelenk gewackelt hat. Und das war noch zu Zeiten, als die Preise fair waren. Was heute für (zugegeben mitunter clever) eingeschaltes ETA aufgerufen wird, ist einfach nur Irrwitz. IMHO...
Nur meine 2 Cent.